Die Kokospalme

Ein Geschenk an die Menschheit

Herkunft der Kokospalme

Photo: Eine Kokospalme bei uns in Khanom

Die Kokos- oder Kokosnusspalme (Cocos nucifera), nicht zu verwechseln mit der Ölpalme (Palmöl), existiert schätzungsweise schon seit mindestens 55 millionen Jahren und ist die einzige Art der Gattung [1]. Nach heutigen Erkenntnissen ist sie im riesigen Gebiet zwischen Pazifik und dem indischem Ozean schon seit langer Zeit beheimatet [2].

Es wird angenommen, dass sie vom Menschen schon seit mindestens 2500 Jahren angebaut wird und auch schon vorher eng mit der Verbreitung der Menschheit im feuchttropischen Raum verbunden ist. So werden als unabhängige Ursprungsgebiete des Anbaus der indische Raum und die malayische Halbinsel mit Myanmar, Thailand und Malaysia angesehen [2].

Die Herkunft der Bezeichnung ‘Kokos’ kommt nach dem Duden aus dem spanischen bzw portugiesischen und hat das altgriechische Wort kókkos, Beere oder Kern als Stamm.

Bau

Im Gegensatz zu unseren Laubbäumen verzweigt der Stamm der Palmen nicht und behält zeitlebens die gleiche Dicke abgesehen von der bei Kokospalmen leicht verdickten Stammbasis. Auf der Spitze des Stammes ist das Wachstumszentrum, auf dem circa 30 bis zu sieben Meter lange Palmwedel sitzen.

Die Höhe einer Palme kann je nach Typ und Standort stark schwanken, wobei 25 Meter durchaus möglich sind. Die Blätter sind gefiedert, damit sie dem Wind weniger Widerstand bieten. So kann die Palme auch permanente, starke Seewinde überdauern. Deshalb ist auch das Holz der Palme zur Spitze hin relativ flexibel, so dass es mit den Winden mitgehen kann. Die ein bisschen weniger als fingerdicken Wurzeln der Palmen können sich bis sieben Meter ins Erdreich erstrecken, das Gewächs gut verankern und zudem relativ leicht Zugang zu Grundwasser finden.

Blüte und Frucht

Blüte
Foto: Kokosblüte

Ungefähr erst ab dem sechsten Jahr kann der Baum an den Blattachsen bis zu 40 weiblich und unzählige männliche Blüten bilden. Da die weiblichen Blüten sich erst ein paar Tage nach den männlichen öffnen überwiegt die Fremdbestäubung.

Als Bestäuber dient nicht nur der Wind, sondern auch Insekten. Die Blüten werden dann zu verholzten Hochblättern, den Fruchtständen

Frucht
Photo: Kokosnüsse an der Palme

Eigentlich sind Kokosnüsse gar keine Nüsse, sondern Steinfrüchte. Das ganze Jahr hindurch kann die Palme Nüsse tragen, die dann meist an der Palme in verschiedenen Entwicklungsstadien zu sehen sind. Kokospalmen können 15 bis teilweise sogar 80 Jahre lang vermehrungsfähige Früchte hervorbringen.

Die Kokosnuss ist eine einsamige Steinfrucht, die aus drei miteinander verwachsenen Fruchtblättern besteht. Umhüllt wird sie von einer dreilagigen Schicht. Außen eine dünne, wachsige Außenschicht, dann einer dickwandigen, faserreichen und lufthaltigen Zwischenschicht und der sehr harten, dunkelbraunen innern Schale, die wir klassisch aus dem Supermarkt kennen.

Auf einer Seite der Kokosnuss sind immer die drei weichen Keimlöcher zu sehen. Oft wird eines der Keimlöcher zum Entleeren des Kokoswassers genutzt.

Standort

Sandige oder lehmige Böden an Küsten oder Flussmündungen, die am besten locker, nährstoffreich und tief sind, bilden den bevorzugten Standort der Kokospalme. Der Boden pH-Wert kann sauer aber auch alkalisch sein. Die Palme verträgt auch Wasser mit ungefähr einem halben Prozent Salzgehalt (Zum Vergleich Meerwasser mit 3,5%). Die Kokospalme ist weniger produktiv als zum Beispiel die Ölpalme und laugt daher auch bei richtiger Pflege die Böden nicht so aus.

Nutzung

Als tragbare Nahrungs und Wasserquelle mit kaum vergleichbaren Eigenschaften hat die Kokosnuss eine Schlüsselrolle bei der Ausbreitung der Menschheit im indopazifischen Raum gespielt. Durch sie konnten Handelsrouten erstellt werden und Neukolonisierungen durchgeführt werden.

Für den Menschen bietet die Kokospalme hunderte von wertvollen Nutzungsmöglichkeiten, über Wasserversorgung, Nahrung, Heiltees, Fasern, Baumaterial oder Kohle bis hin zu Öl, dass für Küche, Medikamente, technische Anwendungen und Biotreibstoffe verwendet wird. In 89 Ländern werden derzeit über 12 millionen Hektar Kokospalmen angebaut [2].

Nachweise

1.

Shukla A, Mehrotra RC, Guleria JS (2012) Cocos sahnii Kaul: a Cocos nucifera L.-like fruit from the Early Eocene rainforest of Rajasthan, western India., J Biosci. 2012 Sep;37(4):769-76. (Auf Researchgate lesen)

2.

Gunn BF, Baudouin L, Olsen KM (2011) Independent Origins of Cultivated Coconut (Cocos nucifera L.) in the Old World Tropics (Auf Researchgate lesen)